Zeiger neu Luminieren. So wird’s gemacht!

Wer eine Uhr auch im Dunkeln gut ablesen will, der brauch auch eine ordentliche Lume.

 

Moderne Leuchtmassen bestehen aus einer 2-Komonennten Mixtur. Dem Leuchtpigment und dem Lack. Beispielsweise von der Firma Bergeon.

Bevor es losgeht, sollte der Autor erwähnt werden. Dies ist ein Beitrag von Kevin Gries, er ist Uhrmacher und in diesem Blog für die Fragen übers Uhrmacherhandwerk zuständig.

Sie wollen Ihre Uhr neu „Lumen“ lassen? Sie können Kevin Gries unter folgender E-Mail erreichen: uhrmacher-gries.kevin@outlook.de

 

Vorgehensweise:

Das ist eine Steinhart Ocean One 39mm. Mein Kunde möchte andere Zeiger. Die neuen Zeiger müssen aber auch Farblich zum Ziffernblatt passen, aber auch im Dunkeln gut ablesbar sein.

 

Uhr wird geöffnet. Der Werkhaltering, Rotor und Aufzugswelle werden entfernt.

 

 

Das Werk ausgebaut.

 

 

Zeiger werden mithilfe von Zeigerabhebern abgehoben. Dass keine Spuren am Zifferblatt durch das Abheben der Zeiger Entsteht, wird eine Folie über die Zeiger gelegt.

 

 

Links im Bild sehen wir die neuen Zeiger und den alten Sekundenzeiger, der beibehalten wird.

 

 

Auf den neuen Zeigern ist schon Leuchtmasse vorhanden. Allerdings passt diese Farblicht nicht zur Uhr und die Leuchtkraft ist nicht sonderlich gut. Dazu später mehr.

 

Auch muss der Sekundenzeiger neu Luminiert werden, dass dieser anschließend zur Lume vom Stunden- und Minutenzeiger passt.

 

Die Leuchtmasse wird mithilfe eines Schraubendrehers von der Rückseite abgeschabt. Alternativ kann diese auch mit Aceton gelöst werden. Der Zeiger darf nicht Lackiert sein. Der Lack würde sich dann nämlich auch lösen.

 

 

Die Zeiger komplett befreit von der Leuchtmasse.

 

 

Als nächstes wird die neue Leuchtmasse angerührt. Diese wird im Verhältnis 1:1 mit Leuchtpigment und Lack 30 Sekunden lang gut vermengt. Die Leuchtmasse darf nicht zu fest und nicht zu flüssig sein.

 

Um zu überprüfen, ob die Masse gut vermischt worden ist, kann wie im Bild zu sehen die Masse kurz angeleuchtet werden. Ist sie gleichmäßig und nicht Fleckig, ist sie in Ordnung.

 

 

Die Leuchtmasse wird mit dem Ölgeber aufgenommen und ganz langsam auf der Rückseite über den Zeiger gezogen. Wenn zu wenig Leuchtmasse aufgetragen wurde reist der Film. Hier einfach neu dazu geben und wieder versuchen. Die Leuchtmasse fließt durch die Viskosität in Verbindung mit der Oberflächenspannung nicht über den Zeiger drüber.

Ist der Zeiger ganz bedeckt, kann durch weites aufnehmen von Leuchtmasse durch den Ölgeber auf die schon aufgetragen Leuchtmasse diese fülliger gemacht werden. Die Leuchtmasse verteilt sich gleichmäßig von selbst durch die Zusammenhangskraft.

 

 

Kurzer Leuchtcheck.

 

 

Der Minutenzeiger auf der Vorderseite.

 

 

Die fertigen Zeiger.

 

 

Hier sehen wir 3 verschiedene Lumen kurz mit der Taschenlampe angeleuchtet.

 

Links im Bild der Originalzeiger mit Superluminova BGW9. In der Mitte der neue Minutenzeiger mit der Werksmäßigen Lume. Und Rechts nochmals der neue Minutenzeiger, aber diesmal mit weiser Lume von Bergeon.

 

Im Test hat man die Lume von Superluminova und Bergeon selbst nach über 6 Stunden ohne zwischenseitliche Lichtzufuhr noch leuchten gesehen. Die Standart Lume ist hingegen schon nach 30min komplett erloschen.

 

 

Die Zeiger wieder aufgesetzt. Zeiger und Ziffernblatt werden von Staub und sonstigen Rückständen befreit. Auch Gehäuse und Glas auf der Innenseite müssen perfekt sauber sein.

 

 

Das Werk wieder eingeschalt.

 

 

Der Rotor wieder befestigt.

 

 

Die Fertige Uhr.

 

 

Leuchtend in Lichtschwacher Umgebung

 

 

Komplette Dunkelheit.

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